Sonderkommentar zur aktuellen Ukraine-Krise

Der Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine beschäftigt die Menschen und Märkte weltweit. In diesen extremen Zeiten gilt für Anleger wie schon in der Corona-Krise: nicht in Panik verfallen. Eine kurze Stellungname seitens der nowinta Vermögensverwaltung GmbH.

Knappe 2 Jahre sind nach dem Corona-Tief Mitte März 2020 vergangen. Erneut hält die Welt den Atem an. Nachdem sich die politische Lage in den vergangenen Tagen immer weiter zuspitzte, wurde in den frühen Morgenstunden des 24. Februar 2022 mit dem Beschuss und dem Einmarsch russischer Truppen in weitere ukrainische Gebiete die nächste Eskalationsstufe im Russland-Ukraine-Konflikt erreicht. Die westliche Welt reagiert geschlossen mit der Einführung weitreichender wirtschaftlicher Sanktionen gegen Russland.

Daraus folgend gaben bereits vorbörslich leitende Indizes, wie etwa der DAX, um mehr als 4 % nach und sanken im Tagesverlauf weiter ab. Eine ähnliche Situation zeigten auch die US-Börsen. Und das, nachdem die Kapitalmärkte bereits in den Wochen zuvor schwächer tendierten. Von den Höchstständen im Dezember 2021 sind die globalen Aktienmärkte, gemessen am MSCI World in Euro, damit um mehr als 12 % gefallen.

Nach dem mehr als positiven Aktienjahr 2021 traf der Ukrainekonflikt die globalen Aktienmärkte in einer robusten Verfassung. Die börslich notierten Unternehmen sind derzeit nicht überbewertet, weswegen die Märkte bereits nicht im Vorfeld mit Kursblasen oder zu hoch bewerteten Aktienkursen konfrontiert wurden. Vielmehr sorgte die Aussicht auf wirtschaftliche Erholung nach Lockerung der Corona-Maßnahmen für ein Florieren der Wirtschaft. Auch wirtschaftliche Frühindikatoren, wie bspw. der Einkaufsmanagerindex, zeigen keine Anzeichen einer Rezession, sondern signalisieren eher „Wachstum“.

Innerhalb der Vermögensverwaltung haben wir bereits im Januar erste Vorkehrungen aufgrund der Zuspitzung des Ukrainekonflikts getroffen. So wurde der Osteuropa ETF, bei dem Russland einen großen Anteil ausmacht, am 24.01.2022 vollständig verkauft. Nach den ersten Kurseinbrüchen der Weltmärkte von mehr als 8 % Ende Januar, haben wir gemäß unserer antizyklischen Strategie die Aktienquoten weltweit dann in einem ersten Schritt erhöht.

Sollten weitere Markteinbrüche folgen, so können wir darüber hinaus erneut die Aktienquote in bis zu 2 weiteren Schritten erhöhen. Dieses antizyklische Vorgehen hat sich in den vergangenen Krisen bewährt und wir sind davon überzeugt, dass sie sich auch in dieser Krise bewähren wird.

Um finanzwirtschaftlich den Russland-Ukraine-Konflikt einzuordnen, hilft zudem ein kurzer Blick in die Vergangenheit. Die Anschläge vom 11. September 2001 etwa sorgten für einen Kurseinbruch von  -16,0 % in 5 Tagen. Die Markterholung belief sich bereits 6 Monate ggü. dem Tiefpunkt auf ein Plus von knapp 30,0 %. Ein ähnliches Bild zeigte die Invasion des Iraks in Kuwait im Jahr 1990, als der Markteinbruch bei einer Dauer von 21 Tagen einen maximalen Kurseinbruch von -13,3 % verzeichnete. Nach 6 Monaten erholten sich die Märkte ggü. dem Tief bereits wieder um +16,3 %.

Grundsätzlich gilt, dass politische Krisen mit Blick auf die Börse meist „kurze Beine“ haben. Mittelfristig ist daher die Ruhe, Krisen auszusitzen und eine globale, breite Diversifikation für den persönlichen Anlageerfolg entscheidend.

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